NKU-Sprechstunde

2026-04-12T00:00:00+00:00
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NKU-SPRECHSTUNDE
Die Fragestunde des Netzwerks Klimaanpassung & Unternehmen.NRW

„Klimaangepasste Kulturveranstaltungen“

19. März 2026 um 08:00 Uhr (30 – 45 Minuten, online)

Ort: Online

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der 38. Sprechstunde des Netzwerks Klimaanpassung & Unternehmen haben wir gemeinsam mit unseren Netzwerkkolleg:innen Frauke Dornberg und Niklas Gaus von der Prognos AG das Thema „Klimaangepasste Kulturveranstaltungen“ besprochen.

Frauke Dornberg und Niklas Gaus beschäftigen sich bei Prognos mit Fragestellungen rund um Klimaanpassung, Umweltwirtschaft sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft. In den letzten Monaten haben sie für das NKU ein Spotlight zu klimaangepassten Kulturveranstaltungen erarbeitet, in dem sie aktuelle Herausforderungen, Risiken und praxisnahe Lösungsansätze sowie Best-Practice Beispiele für eine klimaresiliente Veranstaltungsplanung in NRW aufzeigen. Wir haben uns sehr gefreut, mit ihnen in dieser Sprechstunde über ihre Erkenntnisse und Ergebnisse zu sprechen.

Warum Klimaanpassung für Kulturveranstaltungen zunehmend entscheidend ist

Unter die Bezeichnung “Kulturveranstaltungen” fallen sehr vielfältige Veranstaltungsformate von Konzerte und Festivals bis hin zu Ausstellungen. Diese  finden sowohl im Innen- als auch im Außenbereich statt. Die große Vielfalt dieser Veranstaltungen zeigt sich bereits an einigen Beispielen, die wir im Rahmen der Sprechstunde besprochen haben: Vom Kirchentag der 2019 in Dortmund klimaangepasst durchgeführt wurde, nachdem er 2015 (damals in Stuttgart) von großer Hitze betroffen war bis hin zu internationalen Festivals, die von mehreren tausend Menschen besucht werden.

Zunehmende Extremwetterereignisse stellen die Veranstalter:innen vor neue Herausforderungen, welche sich grob in drei Risikokategorien unterscheiden lassen:

  • Hitze kann sowohl für Besucher:innen als auch für Personal erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen – von Dehydrierung und Kreislaufproblemen bis hin zu Hitzeschlägen. Gleichzeitig steigt das Risiko technischer Ausfälle, wenn technische Geräte starker Sonneneinstrahlung und Hitze ausgesetzt sind.
  • Starkregen und Überflutungen können dazu führen, dass Gelände unpassierbar werden, Fluchtwege eingeschränkt sind oder auch Indoor-Veranstaltungen durch eindringendes Wasser beeinträchtigt werden.
  • Unwetterereignisse wie Sturm und Blitzschlag gefährden zudem Infrastruktur, Aufbauten und die Sicherheit vor Ort, durch herabfallende Äste oder ungesicherte Gerüste, Zelte oder Teile von Gebäuden.

Die Konsequenzen reichen von kurzfristigen Unterbrechungen bis hin zur vollständigen Absage von Veranstaltungen. Darüber hinaus kann ein Vertrauensverlust bei Besucher:innen entstehen, insbesondere bei vulnerablen Gruppen (wie älteren oder schwangeren Personen), die durch die möglichen Risiken nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen können oder möchten.

Praxisnahe Maßnahmen für mehr Klimaresilienz

Sowohl für Besucher:innen und Mitarbeitende, als auch für technische Geräte spielt bei einem Hitze- und Sonnenrisiko insbesondere die Verschattung eine wichtige Rolle. Sonnensegel, Überdachungen oder die gezielte Nutzung bestehender Schattenflächen können dazu beitragen, Aufenthaltsbereiche deutlich angenehmer und sicherer zu gestalten. Hierzu gehören beispielsweise außerdem Sprühnebel zur Abkühlung, die Bereitstellung von Trinkwasser, Sonnencreme oder Kopfbedeckungen sowie geeignete Schutzmaßnahmen für Mitarbeitende, etwa in Form von Kühlwesten.

Im Umgang mit Starkregen ist eine vorausschauende Planung entscheidend: Kritische Infrastrukturen wie Fluchtwege, Eingänge, technische Anlagen oder Sanitätsbereiche sollten so positioniert werden, dass sie nicht von Überflutungen betroffen sind.

Frauke Dornberg und Niklas Gaus betonten bezogen auf die Maßnahmen vor allem, dass viele der niedrigschwelligen Maßnahmen bereits bekannt und vergleichsweise einfach umsetzbar sind. Entscheidend ist, sie frühzeitig in die Planung zu integrieren und passgenau auf die jeweilige Veranstaltung abzustimmen.

Klimaanpassung als Kostenfaktor?

Zwar können Maßnahmen zur Klimaanpassung mit hohen Investitionen verbunden sein, insbesondere bei größeren infrastrukturellen Anpassungen, jedoch betonten Niklas Gaus und Frauke Dornberg auch, dass zahlreiche Ansätze auch mit geringem Aufwand realisierbar sind und hauptsächlich in der Planung mitgedacht werden müssen.

So können beispielsweise Hinweise zum richtigen Verhalten bei Hitze oder eine intelligente Flächenplanung, z.B. durch die Integration von schattigen Bereichen in die Veranstaltungsstruktur, ohne weitläufige zusätzliche Kosten umgesetzt werden und gleichzeitig positive Effekte erzielen. Auch können Hilfsmittel wie Sonnencreme, Regenjacken oder Kopfbedeckungen als Teil des Merchandise der Veranstaltung verkauft werden, so können sich Besuchende schützen und gleichzeitig müssen die Veranstaltenden nicht für die Kosten aufkommen.

Ein strukturierter Umgang mit Klimarisiken zahlt sich zudem auch in anderer Hinsicht aus: Veranstaltungen, die präventive Maßnahmen ergreifen, können Risiken reduzieren und Ausfallwahrscheinlichkeiten verringern und dadurch ihre Versicherbarkeit verbessern. In einigen Fällen können präventive Maßnahmen sogar in Versicherungsmodelle einbezogen werden.

Rahmenbedingungen und Zusammenarbeit als Schlüssel

Auch die Zusammenarbeit mit öffentlichen Akteuren gewinnt an Bedeutung. In einigen Kommunen sind Sicherheits- oder Risikokonzepte bereits Voraussetzung für die Genehmigung von Veranstaltungen. Zudem können Klimaanpassungsmanager:innen von bspw. Kommunen wichtige Ansprechpartner:innen sein. Auch ist die Abstimmung mit lokalen Fachkräften wie Feuerwehr und Gesundheitseinrichtungen sinnvoll: Welche lokalen Klimarisiken sind bereits bekannt und welche Kapazitäten haben die Einrichtungen, die Veranstaltung bei Bedarf zu unterstützen?

Wir haben uns sehr über die lebendige Diskussion zu dem Thema gefreut und möchten uns bei allen Teilnehmenden der Sprechstunde und natürlich bei unseren Gästen sehr herzlich bedanken!

Weiterführende Informationen

Das entsprechende NKU-Spotlight zum Thema finden Sie hier:
„KLIMAANGEPASSTE KULTURVERANSTALTUNGEN“

Bei weiteren Fragen können Sie sich zudem direkt an Frauke Dornberg (frauke.dornberg@prognos.com) und Niklas Gaus (niklas.gaus@prognos.com) wenden.

Künftige Termine der NKU-Sprechstunde:

In unserem Veranstaltungskalender finden Sie Informationen und Anmeldemöglichkeiten zu allen Veranstaltungen des Netzwerks!

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