THEMA: Standards und Normen
THEMA: Standards und Normen
Standardisierungsorganisationen im Kontext der Klimaanpassung
Wie entstehen Regeln und Standards für eine klimaresiliente Wirtschaft? Dieser Text beleuchtet, welche nationalen, europäischen und internationalen Standardisierungsorganisationen an der Entwicklung von technischen Regeln beteiligt sind und wie Klimaanpassung in Standards und Normen einfließt. Außerdem zeigen wir auf, wie sich Unternehmen an der Entstehung von Standards und Normen beteiligen können und warum sie dies tun sollten. Im Folgenden geben wir eine Übersicht über solche Standardisierungsorganisationen, die im Kontext der Klimaanpassungswirtschaft relevant sind.
Ausgewählte Standardisierungsorganisationen im Kontext der Klimaanpassung
In Deutschland:
Auf europäischer Ebene:
International:
Diese unabhängigen Einrichtungen entwickeln gemeinsam mit Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft Standards und Normen. Diese legen einheitliche Regeln, Begriffe, Verfahren oder Qualitätsanforderungen fest, um Sicherheit, Kompatibilität, Effizienz und Transparenz von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen zu fördern. Dadurch erleichtern sie Handel, Innovation und Zusammenarbeit auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.
Für Klimaanpassung zuständige Gremien
In den Standardisierungsorganisationen gibt es Komitees, Gremien, Ausschüsse und Arbeitsgruppen, die sich direkt oder indirekt mit Klimaanpassung befassen.
Deutschland
Das DIN ist in Deutschland für den Transfer nationaler technischer Regeln auf die europäische Ebene zu CEN und auf die internationale Ebene zu ISO zuständig. Beim DIN wird Klimaanpassung u. a. in den Gremien und Ausschüssen zu Bauwesen, Infrastruktur, Wasserwesen, Stadtentwicklung, Risikomanagement und Nachhaltigkeit behandelt. Darüber hinaus gibt es ein Gremium, das sich dezidiert mit der Anpassung an die Folgen des Klimawandels beschäftigt. Mit dem Ziel, Klimawandelanpassung in die Normung zu tragen sind seine Aufgaben, Expertise in dem Bereich zu bündeln und Normungsgremien darin zu unterstützen, die aus dem Klimawandel entstehenden Herausforderungen anzugehen. Dieses Gremium arbeitet eng mit dem DIN-Normungsgremium “Anpassung an die Folgen des Klimawandels” im DIN-Normenausschuss “Grundlagen des Umweltschutzes (NAGUS)” zusammen. Dort werden spezifische Normen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels verantwortet sowie die Arbeiten des ISO/TC 207/SC 7 auf internationaler Ebene und des CEN/TC 467 auf europäischer Ebene gespiegelt.
Beim VDI e.V. ist die Klimaanpassung in der Standardisierung Fokusthema. Dies wird von einem Sounding Board koordiniert. Eine wesentliche Aufgabe ist es, die Relevanz der Klimaanpassung im gesamten Regelwerk des VDI zu überprüfen und die VDI-Richtlinien langfristig entsprechend zu kennzeichnen bzw. anzupassen. VDI-Richtlinien, mit Bezug zur Klimaanpassung, finden sich in fast allen VDI-Fachgesellschaften.
In Deutschland haben sich die die drei größten Normungsorganisationen – DIN, DKE und VDI – zusammengetan, um bei der Anpassung der Wirtschaft an den Klimawandel mit ihren Standards und Normen einen wichtigen Beitrag zu leisten und deren Bedeutung zu betonen. Unter anderem gestalten sie gemeinsam die DIN/DKE/VDI-Frühstücksreihe: Klima und Normung.
Europa
Auf europäischer Ebene haben das CEN und das CENELEC mehrere Technische Komitees (TCs), die Normen zu klimaresilienter Infrastruktur, Bauwerken, kritischen Infrastrukturen und nachhaltiger Planung entwickeln. Unterstützt werden die TCs durch die Koordinierungsgruppe Anpassung an den Klimawandel (ACC-CG), die die Umsetzung des Normungsauftrags der Europäischen Kommission zur Unterstützung der EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel koordiniert.
International
Bei der ISO sind mehrere technische Komitees für die Klimaanpassung zuständig. Das bereits erwähnte Komitee ISO/TC 207/SC 7 ist darunter besonders zentral und verantwortet die Entwicklung von Standards zur Steuerung und Minderung von Treibhausgasemissionen sowie zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels und zur Förderung der Nachhaltigkeit.
Mitwirkung in nationalen Standardisierungsorganisationen
Für Unternehmen kann eine Mitarbeit in Standardisierungsprozessen sehr relevant sein. Hier kann die eigene Prozess- und Produktionsexpertise einfließen und helfen, den Praxisbezug von technischen Regeln zu validieren. Unternehmen erhalten so eine Hilfestellung, die dem Stand der Wissenschaft und Technik entspricht.
Jede*r kann bei den nationalen Standardisierungsorganisationen wie beim DIN und dem VDI formlos einen Normungsantrag stellen. Das zuständige Gremium entscheidet nach einer Prüfung der Relevanz und Umsetzbarkeit über den Start eines Standardisierungsprojekts und informiert – im Fall einer Zustimmung – alle interessierten Kreise aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft mit einem Aufruf zur Mitwirkung. Die Mitarbeit in den Organisationen erfolgt in Ausschüssen und Gremien, die von der Organisation organisiert und fachlich betreut werden. In Normungsausschüssen des DIN ist auch die Entsendung von Expert:innen in europäische und internationale Gremien bei CEN/CENELEC und ISO/IEC ist möglich. Koordiniert und organisiert wird die Normungsarbeit auf sowohl deutscher als auch europäischer und internationaler Ebene von DIN-Mitarbeitenden. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Website des DIN.
Standardisierungsorganisationen im Kontext der Klimaanpassung
Wie entstehen Regeln und Standards für eine klimaresiliente Wirtschaft? Dieser Text beleuchtet, wel-che nationalen, europäischen und internationalen Standardisierungsorganisationen an der Entwicklung von technischen Regeln beteiligt sind und wie Klimaanpassung in Standards und Normen einfließt. Au-ßerdem zeigen wir auf, wie sich Unternehmen an der Entstehung von Standards und Normen beteiligen können und warum sie dies tun sollten. Im Folgenden geben wir eine Übersicht über solche Standardi-sierungsorganisationen, die im Kontext der Klimaanpassungswirtschaft relevant sind.
Ausgewählte Standardisierungsorganisationen im Kontext der Klimaanpassung
In Deutschland:
Auf europäischer Ebene:
International:
Diese unabhängigen Einrichtungen entwickeln gemeinsam mit Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft Standards und Normen. Diese legen einheitliche Regeln, Begriffe, Verfahren oder Qualitätsanforderungen fest, um Sicherheit, Kompatibilität, Effizienz und Transparenz von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen zu fördern. Dadurch erleichtern sie Handel, Innovation und Zusammenarbeit auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.
Für Klimaanpassung zuständige Gremien
In den Standardisierungsorganisationen gibt es Komitees, Gremien, Ausschüsse und Arbeitsgruppen, die sich direkt oder indirekt mit Klimaanpassung befassen.
Deutschland
Das DIN ist in Deutschland für den Transfer nationaler technischer Regeln auf die europäische Ebene zu CEN und auf die internationale Ebene zu ISO zuständig. Beim DIN wird Klimaanpassung u. a. in den Gremien und Ausschüssen zu Bauwesen, Infrastruktur, Wasserwesen, Stadtentwicklung, Risikomanagement und Nachhaltigkeit behandelt. Darüber hinaus gibt es ein Gremium, das sich dezidiert mit der Anpassung an die Folgen des Klimawandels beschäftigt. Mit dem Ziel, Klimawandelanpassung in die Normung zu tragen sind seine Aufgaben, Expertise in dem Bereich zu bündeln und Normungsgremien darin zu unterstützen, die aus dem Klimawandel entstehenden Herausforderungen anzugehen. Dieses Gremium arbeitet eng mit dem DIN-Normungsgremium “Anpassung an die Folgen des Klimawandels” im DIN-Normenausschuss “Grundlagen des Umweltschutzes (NAGUS)” zusammen. Dort werden spezifische Normen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels verantwortet sowie die Arbeiten des ISO/TC 207/SC 7 auf internationaler Ebene und des CEN/TC 467 auf europäischer Ebene gespiegelt.
Beim VDI e.V. ist die Klimaanpassung in der Standardisierung Fokusthema. Dies wird von einem Sounding Board koordiniert. Eine wesentliche Aufgabe ist es, die Relevanz der Klimaanpassung im gesamten Regelwerk des VDI zu überprüfen und die VDI-Richtlinien langfristig entsprechend zu kennzeichnen bzw. anzupassen. VDI-Richtlinien, mit Bezug zur Klimaanpassung, finden sich in fast allen VDI-Fachgesellschaften.
In Deutschland haben sich die die drei größten Normungsorganisationen – DIN, DKE und VDI – zusammengetan, um bei der Anpassung der Wirtschaft an den Klimawandel mit ihren Standards und Normen einen wichtigen Beitrag zu leisten und deren Bedeutung zu betonen. Unter anderem gestalten sie gemeinsam die DIN/DKE/VDI-Frühstücksreihe: Klima und Normung.
Europa
Auf europäischer Ebene haben das CEN und das CENELEC mehrere Technische Komitees (TCs), die Normen zu klimaresilienter Infrastruktur, Bauwerken, kritischen Infrastrukturen und nachhaltiger Planung entwickeln. Unterstützt werden die TCs durch die Koordinierungsgruppe Anpassung an den Klimawandel (ACC-CG), die die Umsetzung des Normungsauftrags der Europäischen Kommission zur Unterstützung der EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel koordiniert.
International
Bei der ISO sind mehrere technische Komitees für die Klimaanpassung zuständig. Das bereits erwähnte Komitee ISO/TC 207/SC 7 ist darunter besonders zentral und verantwortet die Entwicklung von Standards zur Steuerung und Minderung von Treibhausgasemissionen sowie zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels und zur Förderung der Nachhaltigkeit.
Mitwirkung in nationalen Standardisierungsorganisationen
Für Unternehmen kann eine Mitarbeit in Standardisierungsprozessen sehr relevant sein. Hier kann die eigene Prozess- und Produktionsexpertise einfließen und helfen, den Praxisbezug von technischen Regeln zu validieren. Unternehmen erhalten so eine Hilfestellung, die dem Stand der Wissenschaft und Technik entspricht.
Jede*r kann bei den nationalen Standardisierungsorganisationen wie beim DIN und dem VDI formlos einen Normungsantrag stellen. Das zuständige Gremium entscheidet nach einer Prüfung der Relevanz und Umsetzbarkeit über den Start eines Standardisierungsprojekts und informiert – im Fall einer Zustimmung – alle interessierten Kreise aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft mit einem Aufruf zur Mitwirkung. Die Mitarbeit in den Organisationen erfolgt in Ausschüssen und Gremien, die von der Organisation organisiert und fachlich betreut werden. In Normungsausschüssen des DIN ist auch die Entsendung von Expert:innen in europäische und internationale Gremien bei CEN/CENELEC und ISO/IEC ist möglich. Koordiniert und organisiert wird die Normungsarbeit auf sowohl deutscher als auch europäischer und internationaler Ebene von DIN-Mitarbeitenden. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Website des DIN.
Alle Beiträge zum Thema: Standards und Norme
Standardisierungsorganisationen im Kontext der Klimaanpassung
Wie entstehen Regeln und Standards für eine klimaresiliente Wirtschaft? Dieser Text beleuchtet, welche nationalen, europäischen und internationalen Standardisierungsorganisationen an der Entwicklung von technischen Regeln beteiligt sind und wie Klimaanpassung in Standards und Normen einfließt. Außerdem zeigen wir auf, wie sich Unternehmen an der Entstehung von Standards und Normen beteiligen können und warum sie dies tun sollten. Im Folgenden geben wir eine Übersicht über solche Standardi-sierungsorganisationen, die im Kontext der Klimaanpassungswirtschaft relevant sind.

Relevante Normen und Standards für Unternehmen mit Bezug zur Klimaanpassung
Hier finden Sie eine Auswahl zentraler technischer Regeln zur Klimaanpassung, die für Unternehmen relevant sein können: Von strategischem Klimarisikomanagement über resiliente Infrastrukturen bis hin zu baulichen und arbeitsbezogenen Anforderungen – nutzen Sie die Übersicht als Orientierung!
Betriebliche Klimaanpassung und Standardisierung – Chancen und Potenziale nutzen!
30. Januar 2025 – NKU-Sprechstunde
Die Fragestunde des Netzwerks Klimaanpassung & Unternehmen.NRW
Am 30.01.2025 haben wir mit Herrn Jörg Megow vom DIN e.V. über „Betriebliche Klimaanpassung und Standardisierung – Chancen und Potenziale nutzen!“ gesprochen. Klimaanpassung wird zunehmend in Normen integriert – teils explizit, teils implizit. Explizit geschieht dies durch spezifische Normen wie die ISO 14090 (Grundprinzipien der Klimaanpassung), ISO 14091 (Klimarisikoanalyse), ISO 14092 (Anpassung für Kommunen) und ISO 14093 (Finanzierungsmechanismen für Anpassungsmaßnahmen). Diese helfen Unternehmen, Klimarisiken systematisch zu bewerten und Anpassungsstrategien zu entwickeln. Allerdings findet sich das Thema auch implizit in bestehenden Normen, etwa bei Bauvorgaben, Infrastrukturstandards oder Wassermanagement-Richtlinien, in denen klimatische Veränderungen zunehmend berücksichtigt werden.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie sich weitergehend für die Standardisierung in der Klimaanpassung interessieren, finden Sie im Folgenden Publikationen oder Websites der nationalen Standardisierungsorganisationen und vom Umweltbundesamt (UBA) als Anknüpfungspunkte.
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