THEMA: Hitze, Arbeitsschutz und Gesundheit
THEMA: Hitze, Arbeitsschutz und Gesundheit
Rückblick Hitzesommer 2026:
Wie sind Unternehmen aus dem NKU-Umfeld mit der Hitze umgegangen?
Was ist passiert?
Der Sommer 2026 hat uns deutlich gezeigt, wie es sich anfühlt, mit den Folgen den Klimawandels leben zu müssen: 21 Hitzetage mit einer Temperatur von über 30 Grad wurden in NRW gemessen. Das steht im starken Kontrast zur Zeit von 1961 bis 1990, in der im jährlichen Mittel gerade einmal vier Hitzetage aufgezeichnet wurden. Die Hitze im zurückliegenden Sommer traf dabei vor allem vulnerable Bevölkerungsgruppen: Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Menschen in Alters- und Pflegeheimen sowie ärmere Menschen, die, wenn ihre Wohnräume nicht klimatisiert sind, der Hitze nicht so einfach ausweichen können. Das Robert Koch-Institut schätzte, dass es bis Ende August 2026 in NRW mehr als 3.100 Hitzetote gegeben hat, bundesweit betrug die Zahl der geschätzten Hitzetoten 15.800, der bisherige Höchstwert von rund 9.500 hitzebedingten Toten stammte aus dem Jahr 2018.
Wie sind unsere Unternehmen mit der Hitze umgegangen?
Nachdem wir bereits im August eine Umfrage zu den Auswirkungen der Hitze auf Unternehmen aus dem NKU durchgeführt und die Ergebnisse hier aufgezeigt haben, haben wir nun nochmal mit der Emschergenossenschaft und Lippeverband, dem Hygiene-Institut des Ruhrgebiets und einem IT-Dienstleister im Modeeinzelhandell über ihren Umgang mit der Hitze gesprochen. Alle drei Akteure sind auf ihre Weise mit den Auswirkungen der Hitze umgegangen und zeigen Möglichkeiten auf, wie es gelingen kann, die hohen Temperaturen in Schach zu halten:
Hygiene-Institut des Ruhrgebiets: Begrünte Fassaden sorgen für spürbare Abkühlung
Wie stark sich Gebäude während einer Hitzewelle aufheizen können, zeigte sich in diesem Sommer beim Hygiene-Institut des Ruhrgebiets in Gelsenkirchen. Der Umweltdienstleister untersucht unter anderem Trinkwasser, Baustoffe, Innenraumluft, Böden und Sedimente. Geschäftsführer Thomas-Benjamin Seiler berichtete uns, dass die Temperaturen in einigen Gebäudeteilen auf nahezu 40 Grad stiegen. Einzelne Büros konnten deshalb zeitweise nicht genutzt werden. Trotz flexibler Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten, kostenloser Getränke, was ohnehin Standard am Institut ist, war das Arbeiten in vielen Räumen sehr anstrengend. Die klimatisierten Labore konnten dagegen grundsätzlich weiter genutzt werden, auch wenn grundsätzlich das Risiko besteht, dass die Anlagen bei extremer Hitze an ihre Leistungsgrenzen geraten könnten.
Dass Klimaanlagen nicht die einzige Lösung sein müssen, zeigt eine Fassadenbegrünung, die das Institut bereits Ende vergangenen Jahres angebracht hatte. In den dahinterliegenden Räumen des Hygiene-Instituts blieben die Temperaturen während der zurückliegenden Hitzetage deutlich angenehmer als in den übrigen Gebäudeteilen. Diese Erfahrung hat bestehende Überlegungen über einen Ausbau der Fassadenbegrünung befeuert: Nun wird geprüft, ob zusätzliche Fassaden begrünt werden können. Dies könnte sich auch langfristig lohnen, so Thomas-Benjamin Seiler, weil dann Energie durch die natürliche Klimatisierung gespart werden kann. Darüber hinaus denkt das Institut über die Entsiegelung des Innenhofs und die Pflanzung größerer Bäume nach. So könnten zusätzliche Versickerungsflächen entstehen und zugleich Gebäude und Außenbereiche auf natürliche Weise gekühlt werden.
IT-Dienstleister im Modeeinzelhandel: Flexible Arbeitszeiten als Reaktion auf die Hitze
Für die Beschäftigten dieses Unternehmens lag die größte Hitzebelastung in diesem Sommer nicht unbedingt im Büro, sondern vor allem im Homeoffice und auf dem Arbeitsweg. Ein Mitglied des Betriebsrats berichtete uns, dass viele Mitarbeitende zu Hause keine Klimaanlage haben und dort bei hohen Temperaturen weniger effizient arbeiten konnten. Hinzu kamen Belastungen und Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Büroräume selbst sind grundsätzlich klimatisiert, auch wenn die Anlage in einem Teil des Gebäudes nicht immer zuverlässig funktioniert. Größere gesundheitliche Probleme traten am Standort nicht auf; während der Hitzeperiode entstand jedoch der Eindruck, dass Fehlzeiten zunahmen und die Konzentrationsfähigkeit sank.
Das Unternehmen konnte dabei auf bereits bestehende Maßnahmen zurückgreifen. Außenjalousien und kostenlose Getränke halfen, die Belastung am Arbeitsplatz zu reduzieren. Der Betriebsrat stellte außerdem Informationen der Berufsgenossenschaften sowie Hinweise zur Ersten Hilfe bei Hitzschlag und Dehydrierung bereit. Besonders wichtig waren die flexiblen Arbeitszeiten zwischen 6 und 21 Uhr: Einige Beschäftigte verlagerten ihre Arbeit in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Für den kommenden Sommer soll daraus ein umfassenderer Hitzeaktionsplan entstehen, der klare und zugleich freiwillige Regelungen für besonders heiße Tage enthält. Auch der geplante Umzug bietet die Gelegenheit, den Hitzeschutz stärker mitzudenken. Für unseren Gesprächspartner ist dabei klar: Investitionen in klimatisierte und hitzeangepasste Arbeitsräume schützen nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern helfen auch, hitzebedingte Produktivitätsverluste zu vermeiden.
Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV): Hitzeschutz braucht langfristige Vorbereitung
Bei Emschergenossenschaft und Lippeverband zeigt sich besonders deutlich, wie unterschiedlich Beschäftigte innerhalb einer Organisation von Hitze betroffen sein können. Von den rund 1.900 Mitarbeitenden arbeiten etwa 900 in der Hauptverwaltung bzw. am Standort in Essen, während viele andere auf Kläranlagen, an Pumpwerken, Gewässern oder Baustellen im nördlichen Ruhrgebiet tätig sind. Dr. Anika Grübel berichtete uns, dass vor allem die Arbeit im Freien während heißer Tage eine Herausforderung darstellt. Um die Beschäftigten zu schützen, werden unter anderem Pausenzeiten angepasst, klimatisierte Fahrzeuge als Aufenthaltsorte bereitgestellt sowie Kühlwesten und stärker reflektierende Schutzkleidung eingesetzt. Bürobeschäftigte können ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsort weitgehend flexibel gestalten und bei großer Hitze ins Homeoffice ausweichen.
EGLV unterstützen im Rahmen des EFRE/JTF NRW (Regio.NRW) geförderten Projekts „HAP.Regio – Gemeinsame Hitzeaktionsplanung in der Emscherregion" ihre Mitgliedskommunen im Netzwerk der Zukunftsinitiative Klima.Werk aber auch dabei regionale Standards aufzustellen und kommunale Hitzeaktionsplanungen voranzutreiben. Im Mittelpunkt stehen langfristige Lösungen wie Schwammstadtstrukturen und mehr Wasserrückhalt. Auch am eigenen Verwaltungsstandort wird dieser Ansatz sichtbar: Im Zuge eines Lückenschlussneubaus wird der Innenhof entsiegelt, begrünt und mit Bäumen bepflanzt.
Fazit: Learnings und Erkenntnisse
Anhand der Gespräche und der Erfahrungen der Unternehmen dieses Sommers lassen sich einige Anregungen und Vorbereitungen für den Umgang mit zukünftiger Hitze im Unternehmen ableiten:
- Nutzen von Klimaanpassung analysieren: Investitionen in Klimaanpassung können nicht nur Produktivitätsverluste und Schäden vermeiden, sondern zugleich weitere wirtschaftliche Vorteile schaffen. So können Dach- oder Fassadenbegrünungen den Kühlbedarf eines Gebäudes senken und dadurch Energiekosten reduzieren. Die mittelfristigen Ersparnisse können sich in individuellen Fällen sogar mehr lohnen, als festverzinsliche Anlagen – hier lohnt sich eine wirtschaftliche Prüfung.
- Langfristige und vorbeugende Planung: Hitzeschutz sollte nicht erst während einer akuten Hitzewelle beginnen, sondern in die Krisen- und Vorsorgeplanung integriert werden. Auch sollten Maßnahmen langfristig und strategisch geplant werden, statt ausschließlich auf kurzfristige Einzelmaßnahmen zu setzen. Zuständigkeiten, Ansprechpartner und Meldeketten müssen im Vorfeld geklärt sein.
- Hitze belastet verschiedene Personengruppen unterschiedlich: Mitarbeitende in Büros, Betriebsstätten oder im Außenbereich sind je nach Arbeitsplatz in unterschiedlichem Maße von Hitze betroffen. Daher sollte jedes Unternehmen prüfen, welche Beschäftigtengruppen besonderen Belastungen ausgesetzt sind und wie stark diese jeweils ausfallen.
- Langfristige Maßnahmen können die Hitzebelastung senken: Bauliche Maßnahmen wie Begrünung, Verschattung und Wasserrückhalt können langfristig zur Verringerung der Hitzebelastung beitragen.
- Investitionen in Klimaanpassung sollten nicht als nachrangige Aufgabe betrachtet werden. Herr Seiler vom Hygiene Institut betont, dass Klimaanpassung mittelfristig auch betriebswirtschaftliche Vernunft ist.
Rückblick Hitzesommer 2026:
Wie sind Unternehmen aus dem NKU-Umfeld mit der Hitze umgegangen?
Was ist passiert?
Der Sommer 2026 hat uns deutlich gezeigt, wie es sich anfühlt, mit den Folgen den Klimawandels leben zu müssen: 21 Hitzetage mit einer Temperatur von über 30 Grad wurden in NRW gemessen. Das steht im starken Kontrast zur Zeit von 1961 bis 1990, in der im jährlichen Mittel gerade einmal vier Hitzetage aufgezeichnet wurden. Die Hitze im zurückliegenden Sommer traf dabei vor allem vulnerable Bevölkerungsgruppen: Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Menschen in Alters- und Pflegeheimen sowie ärmere Menschen, die, wenn ihre Wohnräume nicht klimatisiert sind, der Hitze nicht so einfach ausweichen können. Das Robert Koch-Institut schätzte, dass es bis Ende August 2026 in NRW mehr als 3.100 Hitzetote gegeben hat, bundesweit betrug die Zahl der geschätzten Hitzetoten 15.800, der bisherige Höchstwert von rund 9.500 hitzebedingten Toten stammte aus dem Jahr 2018.
Wie waren Unternehmen in NRW betroffen?
Nachdem wir bereits im August eine Umfrage zu den Auswirkungen der Hitze auf Unternehmen aus dem NKU durchgeführt und die Ergebnisse hier aufgezeigt haben, haben wir nun nochmal mit der Emschergenossenschaft und Lippeverband, dem Hygiene-Institut des Ruhrgebiets und einem IT-Dienstleister im Modeeinzelhandell über ihren Umgang mit der Hitze gesprochen. Alle drei Akteure sind auf ihre Weise mit den Auswirkungen der Hitze umgegangen und zeigen Möglichkeiten auf, wie es gelingen kann, die hohen Temperaturen in Schach zu halten:
Hygiene-Institut des Ruhrgebiets: Begrünte Fassaden sorgen für spürbare Abkühlung
Wie stark sich Gebäude während einer Hitzewelle aufheizen können, zeigte sich in diesem Sommer beim Hygiene-Institut des Ruhrgebiets in Gelsenkirchen. Der Umweltdienstleister untersucht unter anderem Trinkwasser, Baustoffe, Innenraumluft, Böden und Sedimente. Geschäftsführer Thomas-Benjamin Seiler berichtete uns, dass die Temperaturen in einigen Gebäudeteilen auf nahezu 40 Grad stiegen. Einzelne Büros konnten deshalb zeitweise nicht genutzt werden. Trotz flexibler Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten, kostenloser Getränke, was ohnehin Standard am Institut ist, war das Arbeiten in vielen Räumen sehr anstrengend. Die klimatisierten Labore konnten dagegen grundsätzlich weiter genutzt werden, auch wenn grundsätzlich das Risiko besteht, dass die Anlagen bei extremer Hitze an ihre Leistungsgrenzen geraten könnten.
Dass Klimaanlagen nicht die einzige Lösung sein müssen, zeigt eine Fassadenbegrünung, die das Institut bereits Ende vergangenen Jahres angebracht hatte. In den dahinterliegenden Räumen des Hygiene-Instituts blieben die Temperaturen während der zurückliegenden Hitzetage deutlich angenehmer als in den übrigen Gebäudeteilen. Diese Erfahrung hat bestehende Überlegungen über einen Ausbau der Fassadenbegrünung befeuert: Nun wird geprüft, ob zusätzliche Fassaden begrünt werden können. Dies könnte sich auch langfristig lohnen, so Thomas-Benjamin Seiler, weil dann Energie durch die natürliche Klimatisierung gespart werden kann. Darüber hinaus denkt das Institut über die Entsiegelung des Innenhofs und die Pflanzung größerer Bäume nach. So könnten zusätzliche Versickerungsflächen entstehen und zugleich Gebäude und Außenbereiche auf natürliche Weise gekühlt werden.
IT-Dienstleister im Modeeinzelhandel: Flexible Arbeitszeiten als Reaktion auf die Hitze
Für die Beschäftigten dieses Unternehmens lag die größte Hitzebelastung in diesem Sommer nicht unbedingt im Büro, sondern vor allem im Homeoffice und auf dem Arbeitsweg. Ein Mitglied des Betriebsrats berichtete uns, dass viele Mitarbeitende zu Hause keine Klimaanlage haben und dort bei hohen Temperaturen weniger effizient arbeiten konnten. Hinzu kamen Belastungen und Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Büroräume selbst sind grundsätzlich klimatisiert, auch wenn die Anlage in einem Teil des Gebäudes nicht immer zuverlässig funktioniert. Größere gesundheitliche Probleme traten am Standort nicht auf; während der Hitzeperiode entstand jedoch der Eindruck, dass Fehlzeiten zunahmen und die Konzentrationsfähigkeit sank.
Das Unternehmen konnte dabei auf bereits bestehende Maßnahmen zurückgreifen. Außenjalousien und kostenlose Getränke halfen, die Belastung am Arbeitsplatz zu reduzieren. Der Betriebsrat stellte außerdem Informationen der Berufsgenossenschaften sowie Hinweise zur Ersten Hilfe bei Hitzschlag und Dehydrierung bereit. Besonders wichtig waren die flexiblen Arbeitszeiten zwischen 6 und 21 Uhr: Einige Beschäftigte verlagerten ihre Arbeit in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Für den kommenden Sommer soll daraus ein umfassenderer Hitzeaktionsplan entstehen, der klare und zugleich freiwillige Regelungen für besonders heiße Tage enthält. Auch der geplante Umzug bietet die Gelegenheit, den Hitzeschutz stärker mitzudenken. Für unseren Gesprächspartner ist dabei klar: Investitionen in klimatisierte und hitzeangepasste Arbeitsräume schützen nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern helfen auch, hitzebedingte Produktivitätsverluste zu vermeiden.
Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV): Hitzeschutz braucht langfristige Vorbereitung
Bei Emschergenossenschaft und Lippeverband zeigt sich besonders deutlich, wie unterschiedlich Beschäftigte innerhalb einer Organisation von Hitze betroffen sein können. Von den rund 1.900 Mitarbeitenden arbeiten etwa 900 in der Hauptverwaltung bzw. am Standort in Essen, während viele andere auf Kläranlagen, an Pumpwerken, Gewässern oder Baustellen im nördlichen Ruhrgebiet tätig sind. Dr. Anika Grübel berichtete uns, dass vor allem die Arbeit im Freien während heißer Tage eine Herausforderung darstellt. Um die Beschäftigten zu schützen, werden unter anderem Pausenzeiten angepasst, klimatisierte Fahrzeuge als Aufenthaltsorte bereitgestellt sowie Kühlwesten und stärker reflektierende Schutzkleidung eingesetzt. Bürobeschäftigte können ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsort weitgehend flexibel gestalten und bei großer Hitze ins Homeoffice ausweichen.
EGLV unterstützen im Rahmen des EFRE/JTF NRW (Regio.NRW) geförderten Projekts „HAP.Regio – Gemeinsame Hitzeaktionsplanung in der Emscherregion“ ihre Mitgliedskommunen im Netzwerk der Zukunftsinitiative Klima.Werk aber auch dabei regionale Standards aufzustellen und kommunale Hitzeaktionsplanungen voranzutreiben. Im Mittelpunkt stehen langfristige Lösungen wie Schwammstadtstrukturen und mehr Wasserrückhalt. Auch am eigenen Verwaltungsstandort wird dieser Ansatz sichtbar: Im Zuge eines Lückenschlussneubaus wird der Innenhof entsiegelt, begrünt und mit Bäumen bepflanzt.
Fazit: Learnings und Erkenntnisse
Anhand der Gespräche und der Erfahrungen der Unternehmen dieses Sommers lassen sich einige Anregungen und Vorbereitungen für den Umgang mit zukünftiger Hitze im Unternehmen ableiten:
- Nutzen von Klimaanpassung analysieren: Investitionen in Klimaanpassung können nicht nur Produktivitätsverluste und Schäden vermeiden, sondern zugleich weitere wirtschaftliche Vorteile schaffen. So können Dach- oder Fassadenbegrünungen den Kühlbedarf eines Gebäudes senken und dadurch Energiekosten reduzieren. Die mittelfristigen Ersparnisse können sich in individuellen Fällen sogar mehr lohnen, als festverzinsliche Anlagen – hier lohnt sich eine wirtschaftliche Prüfung.
- Langfristige und vorbeugende Planung: Hitzeschutz sollte nicht erst während einer akuten Hitzewelle beginnen, sondern in die Krisen- und Vorsorgeplanung integriert werden. Auch sollten Maßnahmen langfristig und strategisch geplant werden, statt ausschließlich auf kurzfristige Einzelmaßnahmen zu setzen. Zuständigkeiten, Ansprechpartner und Meldeketten müssen im Vorfeld geklärt sein.
- Hitze belastet verschiedene Personengruppen unterschiedlich: Mitarbeitende in Büros, Betriebsstätten oder im Außenbereich sind je nach Arbeitsplatz in unterschiedlichem Maße von Hitze betroffen. Daher sollte jedes Unternehmen prüfen, welche Beschäftigtengruppen besonderen Belastungen ausgesetzt sind und wie stark diese jeweils ausfallen.
- Langfristige Maßnahmen können die Hitzebelastung senken: Bauliche Maßnahmen wie Begrünung, Verschattung und Wasserrückhalt können langfristig zur Verringerung der Hitzebelastung beitragen.
- Investitionen in Klimaanpassung sollten nicht als nachrangige Aufgabe betrachtet werden. Herr Seiler vom Hygiene Institut betont, dass Klimaanpassung mittelfristig auch betriebswirtschaftliche Vernunft ist.
Alle Beiträge zum Thema: Hitze, Arbeitsschutz und Gesundheit
Rückblick Hitzesommer 2026:
Wie sind Unternehmen aus dem NKU-Umfeld mit der Hitze umgegangen?
Der Sommer 2026 hat uns deutlich gezeigt, wie es sich anfühlt, mit den Folgen den Klimawandels leben zu müssen.
Wie sind unsere Unternehmen mit der Hitze umgegangen?
- Hygiene-Institut des Ruhrgebiets: Begrünte Fassaden sorgen für spürbare Abkühlung
- IT-Dienstleister im Modeeinzelhandel: Flexible Arbeitszeiten als Reaktion auf die Hitze
- Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV): Hitzeschutz braucht langfristige Vorbereitung
Fazit: Learnings und Erkenntnisse
Anhand der Gespräche und der Erfahrungen der Unternehmen dieses Sommers lassen sich einige Anregungen und Vorbereitungen für den Umgang mit zukünftiger Hitze im Unternehmen ableiten.
Hitzesommer 2026: Unternehmen jetzt klimafest machen
Hitzewelle in Deutschland im Juni 2026
Eine historische Hitzewelle hat in den vergangenen Wochen Deutschland und weite Teile Europas erfasst.
Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen solcher Hitzeperioden sind wissenschaftlich gut belegt. Gleichzeitig stehen Unternehmen zunehmend vor der Frage, wie sie ihre Mitarbeitenden und Betriebsabläufe an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen können.
- Welche Maßnahmen können Sie in Ihren Unternehmen jetzt noch durchführen, um besser durch die nächste Hitzewelle zu kommen?
- Welche spontanen Maßnahmen zum Hitzeschutz haben Sie umgesetzt?
- Informationen zur betrieblichen Hitzevorsorge und konkreten Anpassungmaßnahmen
In welchem Umfang und wie stark Unternehmen in Nordrhein-Westfalen von den Extremtemperaturen belastet waren, zeigt unsere Unternehmens-Umfrage zur Hitzebetroffenheit.
Hitzeschutz für Unternehmen
06. Juni 2024 – NKU-Sprechstunde
Die Fragestunde des Netzwerks Klimaanpassung & Unternehmen.NRW
In unserer 21. Sprechstunde des Netzwerks Klimaanpassung & Unternehmen am 06. Juni 2024 haben wir mit Frau Sandra Musculus, Präsidentin des Industrieverbands Technische Textilien-Rollladen-Sonnenschutz e.V. (ITRS) und Prokuristin bei der Georg Musculus GmbH zum Thema „Hitzeschutz in Unternehmen!“ gesprochen.
Der Sommer steht vor der Tür und somit auch zahlreiche Hitzetage! Um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen während Hitzewellen zu schützen und ihnen ein produktives Arbeiten zu ermöglichen, sind Unternehmen auf einen geeigneten Hitzeschutz angewiesen.
- ITRS e.V.
- Arten des Hitzeschutz
- Wissenschaftlicher Hintergrund
- Sonnenschutz für Mieter:innen
- Anbieter
- Branchenentwicklung
- Förderung
Multiplikatoren-Workshop 2024: Gesundheit und Arbeitsschutz
20. Juni 2024 – Multiplikatoren-Workshop
Am 20. Juni 2024 trafen sich 12 engagierte Multiplikator:innen beim dritten Multiplikatoren-Workshop des NKU, um sich intensiv über “Gesundheit und Arbeitsschutz” im Zusammenhang mit Klimaanpassung auszutauschen. Teilgenommen haben unter anderem Vertretende der IHK, HWK, Wirtschaftsförderung und Innungskrankenkassen.
Im Mittelpunkt des Workshops stand die Notwendigkeit von Hitzeschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz angesichts des Klimawandels. Denn bisher wird die Dringlichkeit dieses Themas oft unterschätzt, das Wissen über geeignete Anlaufstellen oder einzubeziehende Akteure fehlt. Durch gezielte Präventions- und Sensibilisierungsarbeit sowie die Weitergabe von relevanten, kompakten Informationen in den Betrieben können nicht nur das Problembewusstsein nachhaltig geschärft, sondern auch die ersten Schritte zur Bewältigung gemeinsam mit den Mitarbeitenden angegangen werden.
Der Workshop war geprägt von einem sehr regen Austausch und ergiebigen Beiträgen, die in die weitere Netzwerkarbeit einfließen. Aus diesem ergebnisreichen Dialog heraus wurde von Seiten der Teilnehmenden der Wunsch geäußert, sich untereinander stärker zu vernetzen und den Austausch in regelmäßiger Form zu verstetigen.
Wenn auch Sie eine Veranstaltung, egal ob online oder in Präsenz, planen oder Interesse haben bei unserem nächsten Workshop dabei zu sein, wenden Sie sich gerne direkt an uns.
Kontakt:
Fausto Mirabile
mirabile@klimaanpassung-unternehmen.nrw
+49 162 2677937
Selbsttests & Checklisten der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderung
Die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH hat gemeinsam mit der Energie & Klima Koordinierungsstelle (EKKO) des Rheinisch-Bergischen Kreises Hilfsmaterial veröffentlicht, das Unternehmen für eine bessere Anpassung an Extremwetter wie Hitzeperioden, Stürme und Starkregenereignisse verwenden können. Darin enthalten sind Selbsttests, die im ersten Schritt zur Selbsteinschätzung der eigenen Betroffenheit dienen. In einem zweiten Schritt bieten Checklisten entsprechende Vorschläge für risikomindernde Maßnahmen zur betrieblichen Klimafolgenanpassung.
Kommunikationsleitfaden & Arbeitshilfe Hitze von KLUG e.V.
Für umfassende Informationen und hilfreiche Tipps im Umgang mit Hitzebelastung bei der Arbeit im Freien hat KLUG e.V. gemeinsam mit ecolo den „Kommunikationsleitfaden – Im Freien Arbeitende vor Hitze schützen“ entworfen. Der Leitfaden wendet sich an Arbeitgebende verschiedener Berufsbranchen. Im Leitfaden enthalten sind Ratschläge und Maßnahmen sowie eine Checkliste für das Erstellen und Umsetzen eines Kommunikationskonzeptes.
Darüber hinaus finden Sie in der Arbeitshilfe “Hitze in der Arbeitswelt” von KLUG e.V. hilfreiche Empfehlung zum Umgang mit Hitzebelastung am Arbeitsplatz. Die Arbeitshilfe ermöglicht es, die größten hitzebedingten Risiken zu identifizieren und diese durch kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zu reduzieren.
Gut geschützt durch den Sommer
Die Broschüre “Gut geschützt durch den Sommer” der BG Bau bietet umfassende Informationen und praktische Tipps, um Beschäftigte der Bauwirtschaft vor den Gefahren hoher Temperaturen zu schützen. Darin enthalten sind wichtige Hinweise zur Prävention von Hitzebelastung und Hitzeerkrankungen am Arbeitsplatz. Die Broschüre richtet sich sowohl an Arbeitgebende als auch Arbeitnehmende.
Weiterführende Kontakte
- KLUG e.V. – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit:
Der Klimawandel ist eine große Herausforderung für die globale Gesundheit. Die Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit ist ein Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen aus dem Gesundheitsbereich, dessen Ziel es ist, den Klimawandel als wichtiges Gesundheitsthema zu etablieren und politische und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen, um dieser Gefahr effektiv zu begegnen.
- Landeskoordinierungsstelle am Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW):
Seit Mai 2023 koordiniert und stärkt die Landeskoordinierungsstelle am LZG.NRW die Gesundheitsförderung und Prävention in NRW, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Verbänden, Bildungseinrichtungen und kommunalen sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren. Die Landeskoordinierungsstelle bietet Schulungen, Beratungen und Materialien an, um Präventionsmaßnahmen effektiv umzusetzen. Ziel ist die Stärkung der klima-/hitzesensiblen Gesundheitskompetenz und Bereitstellung von Informationen zum Themenfeld Hitze und Gesundheit zur Vorbereitung auf Hitzeereignisse.
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